Dienstag, 8. Dezember 2015

Mozart, Adaptionen und Theater

Seit ich ein kleines Kind war, liefen bei uns Musicals auf und ab, Mozart war eines davon. Deswegen freute ich total, als ich hörte dass das Musical in Wien wieder aufgenommen wurde. Schon ein halbes Jahr davor kauften wir Karten.

Dann saß ich drin, und wollte mich voll und ganz drauf einlassen. Noch am Abend davor bei der Autofahrt die CD gehört, die Lieder kann ich zwar ohnehin schon auswendig, aber es ist doch jedesmal wieder schön.

Nun wurde ich aber in der ersten Hälfte der ersten Hälfte (ihr versteht?!) mächtig rausgerissen. Erstmal eines der ersten Lieder ausgelassen (Roter Rock), einige Lieder(texte) umgeändert, gekürzt und rausgenommen! - Bei mir macht sich erstmal Enttäuschung breit.

Kennt ihr das? Ihr lest ein Buch, schaut dann den Film, und alles (oder einiges) ist ganz anders? Dasselbe Gefühl wie wenn man Theaterstücke mehrmals in verschiedenen Adaptionen sieht, oder eben Musicals, die dann oft Unterschiede zu den CDs aufweisen.

Uff, ich hab da manchmal ziemliche Probleme damit! Ich bin wahrscheinlich ein Gewohnheitstier ;-) Ist natürlich auch unfair, ich kenn so ziemlich jeden Text und jede Musikstelle von Mozart auswendig, und dann kommt genau das eine Lied und die eine Stelle nicht, grrml... Naja, man muss sich ja arrangieren, richtig?!

Ganz schlimm war's damals in einem Englischseminar, als wir mehrere Filmversionen von "Jane Eyre" schauten. WARUM ist das in dem einen so, dem anderen anders und im dritten ohnehin ganz verdreht?! - Tja, der Regisseur hat halt seinen eigenen Kopf...

Regie ist ja etwas, mit dem ich auch klar kommen muss - denn genau hier haben wir's wieder: einiges war sehr modern gemacht, angefangen bei den Kostümen etc. WARUM muss alles modern werden? Wenn ein Stück nun im 18. Jahrhundert spielt, sollten doch auch die Kostüme und das Bühnenbild dem angepasst werden, oder? Mozart hüpfte in strahlendweißem Shirt und Hose herum, das Barocke war nur angedeutet beim "Volk", die Familie Weber waren Hippies. Einiges ist verständlich (Mozart als Engel der Musik, oder gar als Prinz/König/Gott, ein Überirdischer sozusagen?), anderes bleibt mir suspekt.


Meinen ganzen Applaus hat der kleine eifrige Mozart (bzw. der junge Schauspieler) erhalten, der ganz emsig komponierte und dabei das Geschehen beobachtete (zuckersüß!), und die Baronin, die einfach so eine unglaubliche Präsenz und Stimme hatte <3.

Alles in allem eine gute Vorstellung, und ich werd mich sicher noch dran erinnern, aber bis zur nächsten Vorstellung/Wiederaufnahme bleib ich bei meiner CD ;-)

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