Freitag, 28. August 2015

Nachtrag: Talkin' bout a revolution/ #mundaufmachen

Ich muss hier noch etwas hinzufügen, das mit dem vorigen Post in Verbindung steht, und mich auch immer wieder ziemlich aufwühlt.
Dass es ziemlich viele dumme Leute gibt, die viel schimpfen, ist ja bekannt, besonders auf Facebook tümmeln sie sich.

Doch ich bekomm das zur Zeit auch immer wieder im Pausenraum in meiner Arbeit mit, und das macht schon ganz schön fertig. Natürlich sind die Kommentare nicht hardcore-mäßig, aber die Angst und vor allem die Haltung und Einstellung zur derzeitigen Ausländer- und Flüchtlingsthematik ist da, und wird auch (unter sich) ausgesprochen. Dazu tut die berühmt-berüchtigte österreichische Gratiszeitung, die auf jedem Essenstisch aufliegt, ihr übriges.

Ich weiß oft schon gar nicht mehr was ich dazu sagen soll. Es bringt einfach auch oft nichts, so deprimierend es klingt. In einer 15 Minuten Pause kann ich meine Argumente nicht vorbringen, und die Ängste und Vorbehalte in Luft auflösen. Was ich viel hilfreicher finde, wären Begegnungen mit geflüchteten Menschen. Das würde die Vorurteile wahrscheinlich leichter abbauen.

Wo ich hingegen schon meinen Mund aufreiße, ist wenn, wie vor ein paar Wochen passiert, ein Kunde an der Kassa vor mir über zwei Frauen mit Kopftuch lästert, die ein paar Kassen weiter gerade bezahlt haben. Der dann auch noch von mir und meiner Kollegin um Beifall und Anerkennung heischt, und meint, die zwei sollen doch "heimgehen" und "warum die denn auch hier seien". "Warum nicht?!", entgegnete ich.

"Ah, des hab i ma eh dacht, dass du SO ANE bist", sagte er. Ja, soll er doch so denken. Darf er gern wissen, dass ich "so eine" bin. Denn bei so einer Fremdenfeindlichkeit will und kann ich meinen Mund nicht halten.

#mundaufmachen

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