Freitag, 24. Juli 2015

Laudato Si! [Die neue Umweltenzyklika und eine Podiumsdiskussion]

'Laudato Si!' - so lautet die zweite Enzyklika von Papst Franziskus, die am 18. Juni erschien. "Über die Sorge für das gemeinsame Haus" als ihr Untertitel, beschäftigt sie sich mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz, und zeigt dadurch entstehende soziale Ungerechtigkeiten auf. 

Nicht mal eine Woche nach der Erscheinung lud die Katholische Fakultät zu einer Podiumsdiskussion dazu auf, mit einigen nennenswerten TeilnehmerInnen:

Bundesminister DI Andrä Rupprechter (Landwirtschaft und Umwelt)
Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz
Univ.-Prof. MMag. Dr. Ingeborg Gabriel (Sozialethik Wien)
Abg.z.NR Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne)

Unter der Moderation von CR MMag. Dr. Paul Wuthe (Kathpress).

Doch was war der Inhalt dieser Diskussion, und wurde hier überhaupt diskutiert?
Zuerst einmal wurde die Enzyklika 'hochgelobt'.
Ich muss gestehen, ich hab sie noch (immer) nicht gelesen, ich hab mir selber dazu noch kein Urteil bilden können.
Doch wie ich fand, wurde zu wenig diskutiert, und noch viel weniger Konkretes behandelt. Ich frage mich, ob die Enzyklika auch so unkonkret bleibt. 

So weit ich es herausgehört habe, wird die Wichtigkeit der Erde, der Umwelt und der Ressourcen betont, und der Umgang von uns Menschen damit von Papst Franziskus aufs Schärfste kritisiert (was ich ganz wunderbar finde!). Es wird auch betont, dass der Westen, also wir 'Wohlstandsmenschen', massiv daran teilhaben, und Ausbeute auf Kosten der Menschen der Entwicklungsländer und der Umwelt betreiben.

Ich frage mich aber, was nach dieser Kritik kommt - dazu blieb bei mir nicht viel hängen. Die Enzyklika ruft zum Umdenken auf, aber wie sieht das konkret aus?!
Ich hätte da ein paar Ansätze (einer schwieriger umzusetzen als der andere), aber viel wurde in der Podiumsdiskussion nicht erwähnt, sowohl von Seiten der Kirche, der Universität als auch der Politik nicht. Da wurde höchstens mit Zahlen um sich geworfen (wie viel wir nicht als Entschädigung für dies und das gezahlt haben), aber konkret?! Was kann hier jede/r Einzelne tun?
Mir geht es nicht um Geld und Finanzierungen, mir geht es um ein Handeln, um ein Ändern.
Ich denke, so schwer es auch gelingen mag, müssen wir Menschen versuchen unser Leben und unseren Konsum zu ändern.
Das konnte ich nicht heraushören.


Der Ansatz der Katholischen Jugend in Hinblick auf die Enzyklika gefällt mir zum Beispiel sehr gut. Die KJ will das Thema 'Nachhaltigkeit' mehr einbinden, und die Enzyklika auch für Jugendliche aufbereiten.

Abschließend möchte ich auch noch auf die Tatsache hinweisen, dass die Enzyklika als eine für 'alle' Menschen - also nicht nur ChristInnen - gehandelt wird. Was heißt das?
Es ist wahrscheinlich so gemeint, dass die Umwelt uns alle angeht. Der Papst setzt hier ein klares gesellschaftliches und politisches Zeichen. Natürlich motivieren sich Nicht-ChristInnen nicht unbedingt aus einem Glauben heraus zu umweltfreundlichen Handeln. Aber ich denke dass besonders diese Enzyklika auch spannend für die gesamte Gesellschaft sein kann, und Ansätze zum Umdenken bietet.

Theologie soll ohnehin nicht im stillen Kämmerlein sitzen, sondern hinausgehen und (nein, nicht den Glauben jedem/jeder reindrücken) und sich mit den Themen der Gesellschaft beschäftigen.
Das mag ich auch am jetzigen Papst so, dass er mitmischt, und (zumindest in einigen Bereichen) sagt was Sache ist.

Ich bin gespannt wie es weitergeht. Und hoffentlich werd ich demnächst Zeit finden um die Enzyklika zu lesen.

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