Montag, 1. Juni 2015

Lesestoff: Ich geb dir noch eine Chance, Gott!


Mein zweites Buch, das ich hier vorstellen will, ist ein Kinderbuch.


"Ich geb dir noch eine Chance, Gott!" von Gudrun Pausewang beschäftigt sich mit Fragen rund um Gott, Theodizee und die Ungerechtigkeiten in der Welt.



Auf ihrem Heimweg von der Schule muss Nina mit ansehen, wie eine Katze überfahren wird und ihr Junges allein zurückbleibt. Wie kann Gott das nur zulassen? Da Ninas Mutter kein Tier in der Wohnung will, sucht Nina nach einem Platz für sich und das Katzenjunge - und nach jemandem, der ihr die Sache mit Gott erklären kann. So zieht sie von daheim aus los und trifft auf ihrem Weg alle möglichen Menschen. 
So ein Kinderbuch (ok, ich geb zu, zur Zeit les ich situationsbedingt weniger oft Kinderbücher ;-), aber ich denk, ich hab als Kind einige kennengelernt...) hab ich noch nie gelesen. Klar, es gibt den Xaverl ("Wenn du meinst lieber Gott", von Lene Mayer-Skumanz), aber die kleine Nina geht da schon mit einer ganz anderen Radikalität ins Gespräch mit Gott. Richtig wütend und traurig ist sie, und kann absolut nicht begreifen, warum die Katze sterben musste:

'"Gott", schrie Nina zum Himmel, du bist nicht lieb! Und es ist dir ganz egal, ob jemand zu dir betet und um was er bittet! Die Katze hat niemandem etwas Böses getan. Warum muss sie sterben?'


Und das ist es ja, was uns alle beschäftigt, die Großen wie auch die Kleinen - diese Ungerechtigkeit angesichts des Todes, und das Zweifeln an Gott.
Am Ende des Buches trifft Nina dann auf einen Sprayer, der sich die Zeit nimmt ihr zu erklären, was es mit Gott auf sich hat.

Ich glaub, das Buch bringt auch (jung gebliebene) Erwachsene zum Nachdenken.

Teilweise find' ich persönlich es auch fast zu krass geschrieben für Kinder. Dass so ein kleines Mädl den ganzen Abend und die Nacht hindurch durch die Stadt rennt, dabei sogar auf einen "Onkel" trifft, der sie ins Auto einlädt usw., find ich schon ein wenig heftig. Aber Gudrun Pausewang spart halt nicht mit der Realität des Lebens. 
Und gleichzeitig beschäftigt sie sich mit einer (für religiöse Menschen) ganz zentralen Frage: Wieso gibt es Leid in dieser Welt und wie kann Gott das zulassen?

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