Montag, 11. Mai 2015

Lesestoff: Oskar und die Dame in Rosa

Ich möchte hier am Blog so eine Art fixe Kategorie einführen. Und zwar handelt es sich um Buchrezensionen, von Büchern die mir am Herzen liegen.

Beginnen möchte ich mit zwei ungewöhnlichen Büchern, denn besonders beim zweiten handelt es sich eindeutig nicht um Erwachsenenliteratur (der Titel bleibt zumindest noch eine Überraschung ;) ). Sie haben aber eines gemeinsam: Sie befassen sich mit der Theodizee-Frage, also der Frage nach Gott angesichts des Leids in der Welt.

Das erste Buch, „Oskar und die Dame in Rosa“, wurde von Eric-Emmanuel Schmitt geschrieben und erschien 2002. Es handelt von dem kleinen Jungen Oskar, der im Krankenhaus liegt, und Leukämie hat. Er weiß, dass er bald sterben wird.

Das Buch ist in Briefform verfasst, da ihm die „Dame in Rosa“ (eine der Damen, die die Kranken ehrenamtlich besuchen) rät, Briefe an Gott zu schreiben. Oskar mag die „Oma Rosa“ besonders gerne, und so beginnt er auch damit. Außerdem sagt Oma Rosa zu ihm, dass er sein Leben in 12 Tagen einfach so leben soll, als ob ein Tag 10 Jahre ausmache.
Somit erlebt er in den wenigen Tagen sehr viel und entwickelt durch die Briefe (s)eine Beziehung zu Gott. Er befasst sich auch intensiv mit dem Verlauf der Zeit und dem bevorstehenden Tod.

Ich finde das Buch sehr besonders, sehr aussagekräftig, und würde es sowohl von der Art und Weise als auch vom "Können" her sofort dem "Kleinen Prinzen" von Saint-Exupery zuordnen. Es ist für mich sowohl (entschuldigt mir den abgedroschenen Ausdruck!) theologisch als auch pädagogisch sehr „wertvoll“. Ich habe mich in einigen Gedankengängen wieder gefunden, es sind Gedanken, die uns ein Leben lang beschäftigen können.

Ich möchte noch zwei Zitate hier anbringen, die mich tief berührt haben:

“Die interessanten Fragen bleiben immer Fragen. Sie bergen ein Geheimnis. Jeder Antwort muss man ein ‚vielleicht’ hinzufügen. Nur uninteressante Fragen haben eine endgültige Antwort.“
(Oma Rosa zu Oskar)

Ich danke dir, lieber Gott, dass (…) Du mich an die Hand genommen und mich mitten in das Herz des Geheimnisses geführt hast, um das Geheimnis anzuschauen. Danke.
(Oma Rosa)


Meine nächste Challenge wird dann wahrscheinlich sein, dass ich das Buch auf Französisch lese ;-)
Habt ihr noch mehr Literaturtipps für mich? Bücher, die euch viel bedeuten?




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