Montag, 20. April 2015

Auf-brechen



Ca. 1100 Menschen sind in den letzten Tagen im Mittelmeer ertrunken und ums Leben gekommen. Flüchtlinge - und Menschen. Wie wir.
Heute war ich in Wien bei der Gedenkfeier und Kundgebung. Es war sehr berührend. Dennoch frage ich mich, was ich, was wir, was jeder Einzelne tun kann und wird, und vor allem, was die Politik tun wird.

Die Caritas hat heute eine Initiative gestartet, für mehr Menschlichkeit im Umgang mit Asylwerbern:
http://www.gegen-unrecht.at/index.php 
Bitte unterstützen und weitersagen!



Unter den vielen Gedanken und Aussagen von heute war eine davon, dass wir die Mauern rund um unser wohlbehütetes Europa abbrechen sollen, und mehr Menschlichkeit zeigen sollen.
Dazu passt der folgende Text von Dom Helder Camara sehr gut.

Mein Wunsch für eine menschlichere Welt besteht nicht nur seit heute, aber besonders heute verspür ich ihn so stark. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen umdenken und sich dafür einsetzen.




Aufbrechen

heißt vor allem
aus sich herausgehen, die Kruste des Egoismus zerbrechen,
der uns in unser eigenes Ich einzusperren sucht.
Aufbrechen heißt,
sich nicht in den Kreis der Probleme der kleinen Welt
einschließen zu lassen, zu der wir gehören.
Mag sie so wichtig sein wie immer.
Die ist größer.
Und eben dieser müssen wir dienen.
Aufbrechen heißt nicht,

Kilometer fressen, Meere überqueren
und Überschallgeschwindigkeiten erreichen.
Es heißt vor allem,
sich den anderen öffnen,
sie entdecken,
sich mit ihnen begegnen.

(Dom Helder Camara)


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